Verordnungsfähigkeit von Verbandmitteln

Am 16.08.2019 ist das Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) und damit Neuregelungen zur Verbandmitteldefinition in Kraft getreten. Mit Inkrafttreten des Gesetzes ist der GBA aufgefordert, bis zum 31.08.2020 eine Richtlinie zur Abgrenzung von „klassischen Verbandmitteln“ zu „sonstigen Produkten zur Wund- behandlung“ vorzulegen.

Keine Änderungen in Übergangsfrist
Bis 12 Monate nach Veröffentlichung der Abgrenzungsrichtlinie ändert sich
bei der Verordnung von Verbandmitteln für die Versicherten der Anspruch gegenüber den Kassen nicht. Die bisherige Erstattungspraxis und Zuordnung zu den Verbandmitteln bleiben erhalten.

Dies bedeutet konkret für die Verordnung, dass sämtliche Wundversor- gungsprodukte, die bisher zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnungs- und erstattungsfähig waren, dies auch bis zum Ende der Übergangsfrist sind. Sie entsprechen somit der Definition von § 31 Abs. 1a SGB V.

Produkte, die gemäß Abgrenzungsrichtlinie künftig als „sonstige Produkte zur Wundbehandlung“ gelten, müssen im Rahmen eines Nutzungsbelegs binnen 12 Monaten nach Veröffentlichung der Abgrenzungsrichtlinie zugelassen werden. Dies könnte etablierte Produkte betreffen, die zusätzlich pharmakologisch, immunologisch oder metabolisch wirken.

Hierzu kann der angegebene Zeitraum der beizubringenden Nutzungs- belegung nicht als ausreichend angesehen werden. Eine Erweiterung der Übergangsfrist inkl. aller vorbestehenden Rechte wird derzeit diskutiert und erscheint nach heutigem Kenntnisstand als notwendig.
Quelle: BVMed 8/2019